Presseerklärung

 

Einladung zur Pressekonferenz

 

Datum:            Dienstag, 27. Februar 2007

Zeit:                 14:30 Uhr

Ort:                  Nord-Süd-Brücken

Greifswalder Str. 33a

            Seitenflügel   4.Stock

10405 Berlin

 

 

Thema:         Stellungnahme zu der von Senait G. Mehari in ihrer Biographie „Feuerherz“ erfundenen Darstellungen des „Kindersoldatentums“ in der Tsibah-Schule in Eritrea

 

Wir sind ehemalige MitschülerInnen und LehrerInnen von Senait G.Mehari, sowie Mitgründer der Schule.

Wir haben einen direkten Zugang zur Geschichte unseres Landes sowie seines keineswegs ohne Widersprüche verlaufenden Befreiungskampfes. Wir sehen uns gezwungen, an die Öffentlichkeit zu treten. Anlass dazu ist es, das im Namen von Senait G. Mehari veröffentlichtes Buch „Feuerherz“ aufzuklären. Ihre Behauptungen bringen  unsere Tsibah-Schule in Verruf. Denn unsere Schule hatte niemals Kindersoldaten gehabt bzw ausgebildet. Dort wurde lediglich gelernt und überlebt.

 

Zeitzeugen sind im weitesten Sinne alle Eritreer/innen, die den langen Befreiungskrieg an unterschiedlichen Orten und unter diversen Umständen erlebt haben. In diesem konkreten Fall bezeichnen wir uns als Zeitzeugen, weil wir in dem von Senait G. Mehari in ihrer „Autobiographie“ als Militärlager für Kindersoldaten beschriebenen Morgenstern waren und dort gemeinsam die Tsibah-Schule  besucht bzw geleitet haben.

 

Wir können also bezeugen, dass ihre Behauptungen, sie sei Kindersoldatin gewesen, misshandelt worden und verwahrlost gewesen erlogen und erfunden sind.

Die Öffentlichkeit, die interessiert ist, die Wahrheit oder zumindest die Gegenposition anzuhören, soll unser Gesprächspartner sein. Dieser Öffentlichkeit möchten wir hiermit erklären, dass wir zahlreich, lebendig, ansprechbar und erreichbar sind.

Die vorwurfsvollen Rückfragen einiger der Medien, warum wir uns erst jetzt an die Öffentlichkeit wenden, lässt ich einfach erklären. Es gab bereits frühere Versuche einer Aufklärung. Es gab schriftliche Proteste beim  Verlag Droemer & Knaur, Fragen an Senait G.Mehari bei Lesungen des Buches, Beschwerden und Hinweise. Es gab  einige Journalisten, die recherchiert haben. Die breiten Medien gewährten uns jedoch keinen Zugang mit unseren Einwänden und Protesten. Zudem leben wir verstreut in vielen Teilen der Welt. Somit brauchte es Zeit, uns zu verständigen und zu vernetzen. Des Weiteren häuften sich die Medienauftritte von Senait G. Mehari. Schließlich beabsichtigt man, diese Lügen auch noch zu verfilmen, während Senait G. Mehari mit ihren Lügen sich den Auftritt mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel im Europarat eistete.

Der hohe Erfindungsgehalt des Buches ist aufgeflogen und die “Autorin“ hat vor der Kamera eingestanden, keine ehemalige Kindersoldatin, sondern ein “Kind des Krieges“ gewesen zu sein, das sind wir alle! Und viele von uns kennen die damalige Situation, in der sich Kinder befanden. Die Betreuung der Kinder hatte dabei Priorität.

Wir verurteilen die Urheberin des Märchens so wie die Versuche, die Schwindelei in eine ehrenwerte “Halbglaubwürdigkeit“ umzuwandeln.

Wir fordern von Senait G. Mehari ihre erlogenen und erfundenen Behauptungen zurück zu nehmen und sich bei den namentlich in ihrem Buch genannten und der kriminellen Straftaten beschuldigten Personen schriftlich und öffentlich zu entschuldigen.

 

Wir fordern von Senait G. Mehari sich ebenfalls bei den Kollektiv des Kindersoldatendaseins beschuldigten ehemaligen MitschülerInnen, LehrerInnen und für die Tsibah-Schule Verantwortlichen schriftlich und öffentlich zu entschuldigen.

 

Wir fordern vom Verlag  Droemer & Knaur.das Buch „Feuerherz“ aus dem Markt zurück zu nehmen, sich von Senait G.Mehari zu distanzieren, und sich bei den Geschädigten schriftlich und öffentlich zu entschuldigen

 

Wir fordern von Senait G. Meharis Ghost Writer Lukas Lessing sich seinen mangelhaften Recherchen zu stellen und sich ebenfalls schriftlich und öffentlich bei den Geschädigten zu entschuldigen.

 

Wir fordern von den Humanitären Organisationen Karlheinz Böhms Menschen für Menschen, Unicef, Misereor, Terre des Hommes und Aktion Weißes Friedensband gegen den Einsatz von Kindersoldaten sich von Senait G. Mehari zu distanzieren und ebenfalls sich schriftlich und öffentlich bei den tatsächlichen Opfern des Kindersoldatentums zu entschuldigen, ihnen Senait G. Mehari zu ihrer Botschafterin ernannt zu haben.

 

Wir fordern von den Medien ihre Recherchen zu intensivieren und für eine ausgewogene Berichterstattung zu sorgen, die der Wahrheitsfindung dient. Wir sind bereit zu gegebener Zeit Belege für Korrekturen zu liefern.

 

 

Für die Presse stehen u. a. die u. g. Zeitzeugen zur Verfügung:

Pressesprecher:

Elias Ghere Benifer                   (Mitbegründer der Tsibah-Schule)

Abraham Mehreteab                  (Ehemaliger Mitschüler)

 

Moderation

Freweyni Habtemariam

 

Weitere anwesende Zeitzeugen:

Almaz Yohannes                /Agawegahta,      (Ehemalige Mitschülerin)

Jacob Abraham                                (Ehemaliger Mitschüler)

Mikiele Tadesse                       (Ehemaliger Mitschüler)

Isaias Redeab                          (Ehemaliger Lehrer)