|
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des
Rosa-Luxemburg-Forums,
hiermit
möchten wir Sie über aktuelle Veranstaltungen und Aktivitäten des
Rosa-Luxemburg-Forums Baden-Württemberg informieren. Wir hoffen, daß unser Programm auf Ihr Interesse stößt und würden uns
freuen, Sie bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.
Aktuelles zu unseren Veranstaltungen können Sie auch immer dem
Veranstaltungskalender auf unserer Homepage entnehmen:
http://www.rlf-bw.de/cms/index.php?article_id=44
Mit freundlichen Grüßen,
Alexander Schlager
_______________________________
1. "ein recht direktes völkchen" - eine
kulturwissenschaftliche Betrachtung der Ausschreitungen vor dem
Flüchtlingsheim in Mannheim-Schönau 1992 und antirassistischer Gegenaktionen
// Mittwoch, 12.3. // Karlsruhe
2. „Unser täglich Brot“. Film von Nikolaus Geyrhalter,
2005, 92 min // Donnerstag, 20.3. // Ravensburg
3. Dr. Thomas Gladis: "Erhalt der
Kulturpflanzenvielfalt - Hybridsaatgut und die Folgen" // Donnerstag,
27.3. // Ravensburg
4. Seminar: Joachim Bischoff: "Finanzmarktkapitalismus: Strukturen,
Widersprüche, Alternativen" // Sa., 29.3. - So., 30.3. // Stuttgart
5. Promotionskolleg der RLS zum Thema "Demokratie und Kapitalismus"
_______________________________
1.
"ein recht direktes völkchen" - eine
kulturwissenschaftliche Betrachtung der Ausschreitungen vor dem
Flüchtlingsheim in Mannheim-Schönau 1992 und antirassistischer Gegenaktionen
Mittwoch, 12.3.2008; 19.30 Uhr // Infoladen Karlsruhe, Werderstr. 28, 76137
Karlsruhe
Im Frühsommer 1992 attackierten Bewohner des Mannheimer Stadtviertels Schönau
tagelang das dortige Flüchtlingsheim. Dies löste auch überregional
entschiedene Solidarität mit den Flüchtlingen aus. Die Schönauer Ereignisse
fanden im zeitlichen Umfeld neonazistischer Pogrome und rassistischer Morde
(Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln etc.) statt. Vor diesem Hintergrund
beleuchtet der Tübinger Kulturwissenschaftler Matthias Möller die
unterschiedlichen Konfliktdarstellungen beteiligter Akteure (Polizei, Presse,
Stadtverwaltung, Schönauer Bürger, Antifa-Gruppen u.a.). Losgelöst vom hektischen Aktivismus einer akuten
Bedrohungssituation nimmt seine fesselnde Recherche die Ereignisse
detailliert in den Blick.
Die in dem Buch von Matthias Möller behandelten Ereignisse in
Mannheim-Schönau jähren sich 2007, ebenso wie andere Übergriffe auf
Flüchtlingsunterkünfte des Jahres 1992, zum 15. Mal. Obwohl die Gewalt gegen
Flüchtlinge zum Beispiel in Rostock-Lichtenhagen oder Mölln weitaus größere
Ausmaße und schlimmere Folgen zeitigte, hat gerade der Fall Mannheim-Schönau
durchaus exemplarischen Charakter für die Welle pogromartiger Gewalt gegen
Flüchtlinge der 1990er Jahre und die daraus entstandenen Diskussionen um
antifaschistische Gegenwehr. Anhand von Video-Material, der Nachzeichnung
damaliger Diskurse und Auseinandersetzungen und der von den Beteiligten
gezogenen Konsequenzen schlägt Matthias Möller den Bogen zu der leider auch
heute noch aktuellen Frage des Umgangs mit kollektiver Gewalt gegen
Flüchtlinge aus emanzipatorischer Perspektive.
Matthias Möller ,
Jahrgang 1976, studierte an der Uni Tübingen Empirische Kulturwissenschaft,
Soziologie und Informatik. Er ist seit den 1990er Jahren aktiv in der Antifa und anderen sozialen Bewegungen.
Das vom Rosa-Luxemburg-Forum mit einem Druckkostenzuschuss geförderte Buch
zur Veranstaltung:
“ein recht direktes völkchen”?
Matthias Möller
Mannheim-Schönau und die Darstellung kollektiver Gewalt gegen Flüchtlinge
174 S., brosch.
ISBN: 978-3-931786-41-0, 16.- Euro
Trotzdem Verlagsgenossenschaft, Grafenau / Frankfurt a. M. 2007
in Kooperation mit dem Infoladen Karlsruhe
_______________________________
2.
„Unser täglich Brot“. Film von Nikolaus Geyrhalter,
2005, 92 min
Donnerstag, 20.03.2008; 20.00 Uhr // Kulturladen Rhizom, Bachstr. 27, 88214
Ravensburg
Ein Blick in die Welt der industriellen Nahrungsmittel-produktion
und der High-Tech-Landwirtschaft: Zum Rhythmus von Fließbändern und riesigen
Maschinen gibt der Film kommentarlos Einsicht in die Orte, an denen
Nahrungsmittel in Europa produziert werden: Monumentale Räume, surreale
Landschaften und bizarre Klänge – eine kühle industrielle Umgebung, die wenig
Raum für Individualität lässt. Menschen, Tiere, Pflanzen und Maschinen
erfüllen die Funktion, die ihnen die Logistik dieses Systems zuschreibt, auf
dem der Lebensstandard unserer Gesellschaft aufbaut.
in Kooperation mit der Werkstatt für Geschichte, soziale Bewegung &
Praxis Ravensburg
_______________________________
3.
Dr. Thomas Gladis: "Erhalt der
Kulturpflanzenvielfalt - Hybridsaatgut und die Folgen"
Donnerstag, 27.03.2008; 20.00 Uhr // Kulturladen Rhizom, Bachstr. 27, 88214
Ravensburg
Über 7000 verschiedene Arten von Kulturpflanzen haben sich die Menschen im
Laufe der Jahrhunderte zunutze gemacht. Innerhalb weniger Jahrzehnte ist
dieser globale Reichtum nach Schätzungen der FAO (Food and Agriculture Organization der
Vereinten Nationen) zu 75 % verloren gegangen. Weitgehend unbehelligt von der
internationalen Öffentlichkeit machten sich in den letzten Jahren
Großkonzerne daran, die Nahrungsmittelproduktion in den Ländern des Südens
umzugestalten. U.a. werden Bauern und Bäuerinnen
dazu bewegt, statt traditioneller Sorten speziell hochgezüchtete
Hybridsorten einzusetzen.
Hybrid-Saatgut ist nicht vermehrungsfähig, es muss jedes Jahr neu zugekauft
werden. Mit der Abhängigkeit vom Angebot der Sortenkataloge unterliegen die
Bauern den wirtschaftlichen Interessen der Saatgut-Konzerne. Die Folgen sind
Entzug der Subsistenzwirtschaft bzw. Zerstörung
kleinbäuerlicher Landwirtschaftsstrukturen. Und fast unbemerkt gehen durch
diese Produktion mit wenigen Sorten “genetische Ressourcen” verloren. Früher
wurden die Sämereien untereinander ausgetauscht und im Bauerngarten hatte
jeder seine Spezialitäten beim Gemüse und bei den Blumen. Jede Bäuerin war
stolz auf ihre jeweiligen eigenen Sorten.
Der Referent Thomas Gladis beschäftigt sich
seit zwanzig Jahren mit den Möglichkeiten zur Erhaltung der
Kulturpflanzenvielfalt und warnt vor dem Aussterben von Kulturpflanzen. Er
fordert, dass die Bauern ihr Saatgut wieder selber gewinnen sollten.
in Kooperation mit der Werkstatt für Geschichte, soziale Bewegung &
Praxis Ravensburg
_______________________________
4.
Seminar: Joachim Bischoff: "Finanzmarktkapitalismus: Strukturen,
Widersprüche, Alternativen"
Sa, 29.3, 10 – 17 Uhr und So., 30.3.2008, 9 – 13 Uhr // Rosa-Luxemburg-Forum,
Planckstr. 79, 70184 Stuttgart
• Was ist mit der Etikettierung des heutigen Kapitalismus als „Finanzmarktkapitalismus“
gemeint?
• Welches sind die grundlegenden Strukturen des Finanzmarktkapitalismus? Wie
verhalten sich Finanzmärkte und „Realökonomie“ zueinander?
• Inwiefern ist der Finanzmarktkapitalismus durch Widersprüche gekennzeichnet
und wie lassen sich diese Widersprüche aus linker Perspektive nutzen?
• Wie sehen Alternativen zum Modell des Finanzmarktkapitalismus aus?
• Welche Bedeutung kommt einer umfassenden Demokratisierung der Wirtschaft
und der Wiederherstellung sozialer Sicherheit für eine Strategie zur
Überwindung der Profitdominanz zu?
Joachim Bischoff vertritt die These, dass ein System, das darauf beruht, dass
sich die Aktionäre oder Eigentümer von Wertpapieren und Besitztiteln einen
immer größeren Anteil des Reichtums der Gesellschaft aneignen, nicht
zukunftsfähig ist und die Fehlentwicklungen der Finanzökonomie eine
umfassende Demokratisierung der Wirtschaft und die Rekonstruktion sozialer
Sicherheit auf die Tagesordnung setzen.
Wir bitten alle TeilnehmerInnen um eine vorherige
Anmeldung für das Seminar.
Joachim Bischoff ist Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler,
Mitherausgeber der Zeitschrift Sozialismus.
Er hat in Essays und Buchveröffentlichungen Beiträge zur Erfassung der
Dynamik des wirtschaftlichen und sozialen Wandels vorgelegt. Als letzte
Veröffentlichung erschien von ihm das Buch “Die Zukunft des
Finanzmarktkapitalismus. Strukturen, Widersprüche, Alternativen”.
Teilnahmebedingungen
Anmeldung
Bitte melden Sie sich für das Seminar bis zum 25. März an unter:
per e-mail:post@rlf-bw.de
oder schlager@rosalux.de
Telefon: 0711-6936607; Fax: 0711-6936608
Teilnahmegebühr
Für die Teilnahme erheben wir einen Unkostenbeitrag von 10€
(Schüler/Studierende: 5€ / Erwerbslose: 0€), den Sie entweder zum Seminar
mitbringen oder uns vorher überweisen können an:
Rosa-Luxemburg-Forum für Bildung und Analyse in Baden-Württemberg e.V.
Postbank Stuttgart, Konto-Nr. 392 620 708, BLZ 600
100 70
_______________________________
5.
Die RLS richtet zum 1.10.2008 an der Universität Siegen ein Promotionskolleg
zum Thema "Demokratie und Kapitalismus" ein. Für dieses Kolleg
stehen 8 Promotionsstipendien zur Verfügung. Bewerbungsfrist ist der 31.5.2008 .
Zur Koordination des Kollegs schreibt die Universität Siegen 1/2 Stelle wiss.
Mitarbeiter/in aus. Arbeitsort ist Siegen, Bewerbungsfrist ist der 31.7.2008 .
Nähere Informationen unter:
http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Studienwerk/Promotionskolleg.pdf
http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Studienwerk/Antrag_Kolleg.pdf
|